Zahlen - Daten - Fakten zum Thema Pflege

 

Laut statistischem Bundesamt werden 71% aller Pflegebedürftigen zu Haus gepflegt,

 

  • Das sind 1,86 Millionen Pflegebedürftige!

  • Wiederum 1,24 Millionen davon werden allein durch Angehörige versorgt!

 

  • 2013 wurden 764.431 Menschen vollstationär in einem Heim gepflegt.

 

  • 55,8% aller Pflegebedürftigen befinden sich in Pflegestufe 1,

  • 31,9% befinden sich in Pflegestufe 2 und nur

  • 11,8% in Pflegestufe 3!

 

 

Unterhaltsregelungen

 

Das sollten Sie wissen:

 

  • Kinder sind gesetzlich verpflichtet, im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten für den Unterhalt der Eltern zu sorgen, selbst wenn der Kontakt seit langer Zeit abgebrochen war (Urteil vom 12.02.2014 des BGH)

 

  • Pflegeheimkosten können oftmals nicht durch die Rente und die Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen finanziert werden

 

  • Der Sozialhilfeträger streckt die Kosten vor, fordert diese aber von den unterhaltspflichtigen Kindern zurück

 

  • Die Verpflichtung und die Höhe des zu zahlenden Unterhalts hängen vom Vermögen und dem Einkommen der unterhaltspflichtigen Kindern ab. Vom bereinigten Nettoeinkommen wird ein Selbstbehalt abgezogen (aktuell 2280,00 € für eine Familie im Monat)

 

  • Das Vermögen der Kinder muss bis zu einer Schongrenze für den Unterhalt ausgegeben werde

  •  

  • Eine angemessene, selbstgenutzte Immobilie gehört zum Schonvermögen der Kinder.

 

 

Wer ist zum Unterhalt verpflichtet?

 

  • Der Ehegatte (oder eingetragener Lebenspartner) haftet vor dessen Verwandten. (...) (§1608 (1) BGB)

  • Personen, die in eheähnlicher oder lebenspartnerschaftsähnlicher Gemeinschaft leben, dürfen hinsichtlich der Voraussetzungen sowie des Umfangs der Sozialhilfe nicht besser gestellt werden als Ehegatten (§20 SGB XII)

  • Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren (§1601 BGB)

  • Die Abkömmlinge sind vor den Verwandten der aufsteigenden Linie unterhaltspflichtig (§1606 (1) BGB)

  • Unter den Abkömmlingen und unter den Verwandten der aufsteigenden Linie haften die näheren vor den enfernteren (§1606 (2) BGB)

  • Mehrere gleich nahe Verwandte haften anteilig nach Ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen (§1606 (3) BGB)

 

 

Bereinigtes Nettoeinkommen: 
 

Arbeitnehmer: Durschnitt von 12 zusammenhängenden Monaten vor Eintritt des Unterhaltsbedarfs
Selbstständige: Durschschnittliche Einkünfte der zurückliegenden drei bis fünf Jahre

 

abzüglich

  • berufsbedingte Aufwendungen

  • Kosten der allgemeinen Krankenvorsorge und krankheitsbedingte Aufwendungen

  • Private Altersvorsorgekosten bis zu 5% des Bruttoeinkommens (BGH Urteil vom 28.07.1010)

  • Darlehensverbindlichkeiten, insbesondere Zins- und Tilgungszahlungen einer Baufinanzierung

  • Aufwendungen für regelmäßige Besuche des Elternteils

  • Miete und Mietnebenkosten, wenn diese nachgewiesen über 450,00 € liegen

  • Unterhaltsverpflichtungen gegenüber eigenen Kindern und Ehegatten

 

 

Selbstbehalt:

 

Der Selbstbehalt beträgt

  • 1.600,00 € für den Unterhaltspflichtigen

  • 2.880,00 € für Familien

Hinzu kommen noch Freibeträge für eigene Kinder. Diese Selbstbehalte sind nicht bindend. Die Ämter haben hier die Möglichkeit diesen zu senken, bei verringerten Kosten des Unterhaltspflichtigen, z.B. durch eine entschuldete, selbst genutzte Wohneinheit, für die keine Miete fällig ist. Freibeträge finden Sie hier: Düsseldorfer Tabelle

 

 

Schonvermögen:

 

Zum Schonvermögen gehört z.B.

 

  • Altersvorsorgekapital nach §10a EStG (Riester/Rürup)

  • Familien- und Erbstücke

  • Musikinstrumente, Bücher

  • 1.600,00 € Kapital, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr 2.600,00€

  • persönlicher Hausrat

  • eine angemessene und selbstgenutzte Immobilie

  • Sterbegeldversicherungen (bis 6.000,00 €) und Bestattungsvorsorgeverträge

  • Sonstiges Vermögen, solange es nachweislich zur Finanzierung einer angemessenen und selbstgenutzten Immobilie dienen soll

  • Gegenstände, die zur Erwerbstätigkeit notwendig sind (ein angemessenes Fahrzeug)